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Zukunftswerkstatt zur Stadtentwicklung im Baunatal

(2009) Baunatal in Hessen

Themenbereich Energiewende allgemein
Format Zukunftswerkstatt
Dauer Monat/e
Gruppengröße Großgruppe

Ideengenerierung zur Zukunft Baunatals; Herausarbeitung von Umsetzungsschritten für Projektideen und Forderungen an die Stadt

Zukunftswerkstatt zur Stadtentwicklung „Baunatal 2030“

Ina Richter*

Hintergrund

Ausgangspunkt für den Beteiligungsprozess in Baunatal war die Ideenentwicklung und -erarbeitung für die zukünftige Stadtentwicklung. Die politischen Parteien Baunatals hatten bereits im Jahr 2008 mit dem Masterplan Innenstadt damit begonnen, sich mit der strategischen Entwicklung der Stadt bis 2030 zu befassen und entsprechende Zukunftspapiere zu erarbeiten. Das Bürgerbeteiligungsverfahren bildete einen Schritt für die Erarbeitung von konzeptionellen Grundlagen für die Neugestaltung Baunatals. Das Beteiligungsverfahren wurde durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung initiiert und der Magistrat mit dessen Umsetzung beauftragt. Das Konzept für den Beteiligungsprozess sowie die Moderation des Verfahrens wurde mit Vertretern einer Universität und in Absprache mit dem Bürgermeister erarbeitet. Dabei galt es bereits getroffene Vorabfestlegungen zu Zeitraum und Datum der ersten eintägigen Veranstaltung zu berücksichtigen, was Einschränkungen für die Gestaltung des Verfahrens bedeutete. Ziel des Beteiligungsverfahrens war es, Ideen der Bürger Baunatals zusammenzutragen, über einen längeren Prozess zu entwickeln und letztlich konkrete Forderungen und Umsetzungsschritte herauszuarbeiten. Die Ergebnisse sollen dann in die Beschlussfassung des Magistrats eingehen.

Verfahren

Der Beteiligungsprozess bestand aus mehreren Elementen. Zum einen fand eine Auftaktveranstaltung im Format des Open-Space im März 2009 statt. Die zweite Zukunftskonferenz bildete den Abschluss des Prozesses im Oktober 2009. In den Monaten zwischen den beiden Veranstaltungen tagten zehn Arbeitsgruppen, die sich als Ergebnis der ersten Konferenz formiert hatten. Zudem wurde eine separate Jugendkonferenz durchgeführt. An den Arbeitsgruppen wie Zukunftskonferenzen nahmen im Schnitt ca. 100 Bürger teil, die sich ihrem eigenen Interesse nach als Teilnehmer anmelden konnten.

Unter dem Motto „Wer immer kommt, es sind die richtigen Leute“ waren die Bürger Baunatals aufgefordert sich an der Zukunftsentwicklung ihrer Stadt zu beteiligen. 120 Personen folgten diesem Aufruf und sammelten zunächst, nach kurzer Begrüßung und methodischer Einführung, Ideen und für sie wichtige Themen für die Entwicklung ihrer Stadt. Methodisch verfolgte die Veranstaltung das Format des Open Space, bei dem Bürger für sie wichtige Themen vorstellen und andere Teilnehmer zur vertieften Diskussion des vorgeschlagenen Anliegens einladen. Die Teilnehmer konnten dabei auch die Gruppe wechseln, wann immer sie wollten. Im Ergebnis der ersten Open Space Konferenz standen Ergebnisposter zu zehn Themen (Energie, Sport, Bildung, Jugend, Alter, Zusammenleben & Kultur, Arbeitsplätze, Engagementförderung, Innenstadt, Vernetzung). Zu diesen bildeten sich Arbeitsgruppen mit verantwortlichen Sprechern, die sich in den Folgemonaten trafen, um die Ideen weiter zu konkretisieren und nach Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen. Zu den Treffen der Arbeitsgruppen gab es zwei Sitzungen mit dem Bürgermeister, die dazu dienten Zwischenergebnisse zu präsentieren und das weitere Vorgehen zu beschließen. Zur graphischen und schriftlichen Dokumentation der Ergebnisse für die Öffentlichkeit gehörte auch die Formatentwicklung der zweiten, abschließenden Zukunftskonferenz. Im Kreise von 70 Teilnehmern erläuterten die entstandenen Arbeitsgruppen ihre Ideen an einzelnen Stationen, um ihre Fragen und Anmerkungen zu ergänzen. Eine Jugendkonferenz vervollständigte das Verfahren. Hier nahmen 60 junge Menschen teil, um ihre Stadtentwicklungswünsche und deren Realisierungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Ergebnis

Ergebnis des Verfahrens ist ein Bericht, der vom externen Moderator verfasst und einige Monate nach Abschluss des Verfahrens auf einer Bürgerversammlung der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wurde. In diesem Bericht erläutert der Autor das Verfahren, fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet den Beteiligungsprozess durch verschiedene mehr oder weniger visionäre „Zukunftsbrillen“. Dabei legt er Schwerpunkte der Diskussion dar, wie zu den Themen Sportstadt, Bildung, Ökologie, Innerstädtische Entwicklung. Im Bereich Energie werden Chancen seitens der Bürger für Weiterentwicklung gesehen. Es zeigte sich, dass einerseits an Bewährtem festgehalten wird und es andererseits schwer fällt, visionäre Ideen zu entwickeln.

Literaturhinweis

Burow, O.-A. 2010, Zukunftswerkstatt Baunatal 2030, online verfügbar unter: http://www.baunatal.de (Zuletzt eingesehen am 30.07.2015).

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