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Zukunftskonferenz zur Energiewende in Wolfshagen

(2012) Wolfhagen in Hessen

Themenbereich Energiewende allgemein
Format Zukunftskonferenz
Dauer Tag/e
Gruppengröße Großgruppe

Aktivierung der Bürger; Förderung einer sachlichen Diskussion; Erarbeitung von Empfehlungen für die Entscheidungsträger für die Weiterarbeit

Zukunftskonferenz zur „Energiewende in Wolfhagen“

Ina Richter*

Hintergrund

Die Stadt Wolfhagen hat in der Förderinitiative „Wettbewerb energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen und wurde als eine von fünf Modellstädten ausgewählt. In einem Stadtquartier sollten zudem erste Maßnahmen beispielhaft umgesetzt werden. Für weiterführende Planungen zur Umsetzung der lokalen Energiewende wurde die Windkraft als ein wichtiger Energieträger diskutiert. Um konkrete Standorte für Windenergie gab es bereits längere Auseinandersetzungen in Wolfhagen, in deren Zuge sich eine Bürgerinitiative gegen Windenergie und später auch eine Bürger-Energiegenossenschaft pro Windkraft gründete. Eine Steuerungsgruppe bestehend aus Interessenvertretern und Konfliktparteien konnte 2009 keine Einigung um die Windkraft auf dem Rödeser Berg herbeiführen. Um das Modellvorhaben „Energiewende in Wolfhagen“ nun in Gang zu bringen, wurde eine ergänzende Kommunikationsstrategie beschlossen, die mit einer Zukunftskonferenz beginnen sollte.

Verfahren

Die Zukunftskonferenz fand im März 2012 im Auftrag der Stadtwerke Wolfhagen statt und wurde durch den Magistrat der Stadt begleitend unterstützt. Ziel des Verfahrens war es, die verschiedenen Erneuerbare Energieträger auf ihre Vor- bzw. Nachteile hin mit Fachleuten sachlich zu diskutieren, Informationen wie bspw. zu Bauleitplanungen zu vermitteln und Zielkonflikte aufzulösen.

Zur Vorbereitung der Zukunftskonferenz gründete sich ein kleines Planungsteam bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Stadtwerke und dem beauftragten Moderationsbüro. In mehreren Sitzungen wurde der Ablauf, die inhaltliche Ausgestaltung, das Einladungsprozedere, die Beteiligung und Rolle politischer Vertreter und die fachliche Betreuung der Inhalte durch Experten diskutiert und festgehalten.

Bürger wurden direkt über Ortsvorsteher angesprochen an der eintägigen Veranstaltung teilzunehmen. Auswahlkriterien für die Teilnehmer waren ein Mindestalter von 16 Jahren, eine ausgewogene Verteilung von Frauen und Männern wie der verschiedenen Altersgruppen. Gleichfalls wurde die Lokale Presse hinzugezogen, um interessierte Teilnehmer zu gewinnen. Damit gab es insgesamt ein Teilnehmerkontingent durch die direkte Ansprache bzw. eines durch den Presseaufruf. Mandatsträger waren nicht als Teilnehmer, sondern vielmehr als stille Beobachter in den Beteiligungsprozess einbezogen. Etwa 100 Bürger kamen zur Zukunftskonferenz. Nach kurzen Eröffnungsreden begann die inhaltliche Diskussion. An acht thematischen Stationen informierten 19 Referenten über konkrete Inhalte und luden zur Diskussion ein. Auch eine Bürgerinitiative gegen sowie eine pro Windkraft informierten an Stationen über ihre Perspektiven und sachlichen Grundlagen zur Windenergie.

Nach einem festen rotierenden Verfahren konnten die teilnehmenden Bürger mit den Referenten zu folgenden Themen diskutieren: Kommunale Energiewende, globale Energiewende, Finanzielles, Wolfhagen- die Energieeffiziente Stadt, Freudiges und Ärgerliches, Engagiertes.

Ergebnis

Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt wurden notiert und in einem Abschlussbericht zusammengetragen. Sie wurden in einer Magistratssitzung vorgestellt und auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. Sie beinhalteten Empfehlungen für die Entscheidungsträger zur Umsetzung der gesteckten Ziele 100% Erneuerbare Energien bis 2015. Dabei ging es auch, um den Gedanken des „gemeinsamen Gestaltens“, der Einbindung der Bürger in die weiteren Prozesse. Gewünscht waren auch schnelle Entscheidungen und Realisierung von Projekten. Arbeitsaufträge zielten u.a. darauf ab, dass Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit benachbarten Kommunen bei der Energieversorgung zu prüfen seien. Die Ergebnisse wurden weiterführend vom Planungsteam reflektiert und auf dieser Basis eine „Charta zur Energiewende in Wolfhagen“ erstellt.

Literaturhinweis

Leibenath, M. und A. Otto 2013, „Windräder in Wolfhagen – eine Fallstudie zur diskursiven Konstituierung von Landschaften“, in: Leibenath, M., Heiland, S., Kilper, H., Tzschaschel, S. (Hg.), Wie werden Landschaften gemacht? Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften, transcript Verlag Bielefeld, 205-236.

Abschlussbericht 2012, Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und Durchführung der Zukunftskonferenz „Energiewende in Wolfhagen“, im Auftrag der Stadtwerke Wolfhagen, online verfügbar unter: http://www.wolfhagen.de (Zuletzt eingesehen am 28.07.2015).

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