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Planungszellen/Bürgergutachten zur nachhaltigen Energie- und Mobilitätsentwicklung in Berlin

(2014) Berlin in Berlin

Themenbereich Mobilität
Format Bürgergutachten/Planungszelle
Dauer Woche/n
Gruppengröße Kleingruppe

Ideenentwicklung zur Verbindung von Energie- und Verkehrskonzepten; Entwicklung von Empfehlungen für die Übertragbarkeit des Konzeptes auf andere Stadtteile und weitere Infrastrukturprojekte

Planungszellen/Bürgergutachten zur Energie- und Mobilitätsentwicklung in Berlin

Ina Richter*

Hintergrund

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes (EUREF-Forschungscampus: Nachhaltige Energie- und Mobilitätsentwicklung durch Kopplung intelligenter Netze und Elektromobilität – Mobility2Grid) gingen Wissenschaftler der Frage nach, wie lokal erzeugte Energie und Elektromobilität intelligent miteinander verknüpft werden können. Ein Konzept wird im Berliner Bezirk Schöneberg erprobt. Um Ideen und Empfehlungen für die Übertragbarkeit, zu Möglichkeiten und Grenzen der Verbindung von Energie- und Verkehrswende in Berliner Stadtquartieren zu gewinnen, wurde ein Bürgerbeteiligungsverfahren durchgeführt. Dafür wurden im Juni 2014 vier dreitägige Planungszellen abgehalten.

Verfahren

Das Verfahren wurde geplant und durchgeführt von einem in Berlin ansässigen Forschungsinstitut. Für die Planungszellen wurde insgesamt eine Teilnehmerzahl von 100 Personen angestrebt. Dafür wurden 3000 Bürger zufällig aus dem Melderegister Berlins ausgewählt und schriftlich eingeladen. Kriterien für die Auswahl waren eine gleichmäßige Geschlechterverteilung, ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Wohnsitz in Berlin. Um die Teilnahme auch für Berufstätige zu ermöglichen, wurden die Planungszellen vorab als Bildungsurlaub anerkannt. Zudem erhielten alle Teilnehmer eine Aufwandsentschädigung von 90€. 121 Bürger meldeten sich für das Beteiligungsverfahren an, nach kurzfristigen Absagen nahmen letztlich 88 Menschen am Prozess teil.

Die vier Planungszellen (mit je etwa 25 Teilnehmern) waren strukturell und inhaltlich gleich aufgebaut: Zwölf Arbeitseinheiten auf drei Tage verteilt und von einem Moderatorenteam begleitet. Jede inhaltliche Arbeitseinheit wurde durch ein Kurzreferat eines Experten eingeführt und anschließend offene Fragen dazu beantwortet. Im Anschluss fanden Kleingruppendiskussionen (mit je fünf Teilnehmern) zu zuvor (vom Institut) festgelegten Fragen statt. Nach der Präsentation der Ergebnisse jeder Kleingruppe konnten alle Teilnehmer die zusammengetragenen Empfehlungen nach der ihrer Meinung nach größten Wichtigkeit bewerten. So konnten Präferenzen und Wünsche der Bürger herausgestellt werden. Die Diskussionsgruppen wurden immer wieder neu zusammengesetzt. In Phasen der Meinungsbildung oder Entscheidungsfindung zog sich das externe Moderatorenteam zurück. Beides sollte eine zu starke Beeinflussung von außen und innerhalb der Gruppe verhindern.

Ergebnis

Im Ergebnis wurden die Ideen, Diskussionen und Anregungen in einem Bürgergutachten zusammengestellt. Die textliche Erarbeitung oblag zwar dem Forschungsinstitut, aus jeder der vier Planungszellen wurden jedoch zum Abschluss des Verfahrens drei Teilnehmer benannt, die sich bereit erklärten, das erstellte Gutachten zu lesen und ggf. auf Fehldeutungen oder Ähnliches aufmerksam zu machen. Die Ergebnisse des Bürgergutachtens fließen in das Forschungsprojekt und Entwicklung neuer Infrastrukturprojekte im Energiebereich ein.

Literaturhinweis

Bach, N., Gersch, R. und J. Wittke (Redaktion) 2014, Bürgergutachten: Intelligente Energie- und Verkehrswende in Berliner Stadtquartieren, online verfügbar unter: https://www.technik.tu-berlin.de (Zuletzt eingesehen am 3.6.2015).

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