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Bürgerworkshops zum Masterplan Energiewende Dortmund

(2013) Dortmund in Nordrhein-Westfalen

Themenbereich Energiewende allgemein
Format Bürgerworkshops
Dauer Monat/e
Gruppengröße Mittelgroße Gruppe

Diskussion und Entwicklung von Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für den Masterplan Energiewende

Beteiligungsverfahren mit Bürgerworkshops zum Masterplan Energiewende Dortmund

Ina Richter*

Hintergrund

Im Mai 2012 beschloss der Rat der Stadt Dortmund die Erarbeitung eines Masterplans zur Koordinierung von Maßnahmen und Energiewendeprojekten. Als Technologie- und Innovationsstandort interessierte hierfür insbesondere die Frage, welche wirtschaftliche Relevanz die Energiewende für Dortmund haben wird. Die Erstellung des Masterplans war außerdem mit der Idee verknüpft, als Modellprojekt für andere Kommunen fungieren zu können. Ziel war es, in einem dialogorientierten Prozess Verständnis für und einen breiten Konsens über anstehende Veränderungsprozesse zu erlangen. Damit ging es einerseits um eine gemeinsame – von „unten“ ausgehende – Zukunftsgestaltung, andererseits auch um die Schaffung von Akzeptanz und die damit einhergehende Berechenbarkeit möglicher Reaktionen auf Veränderungsprozesse. Um das zu erreichen, sollten bereits bestehende Netzwerke und Debatten aufgegriffen, ihre Ideen weiterentwickelt werden und unter einer breiten Beteiligung der Öffentlichkeit Zukunftsvisionen für die Stadt Dortmund entstehen.

Verfahren

Die Laufzeit von etwas mehr als einem Jahr bot den zeitlichen Rahmen für einen intensiven und vielschichtig strukturierten Beteiligungsprozess zur Masterplanerstellung. Die Koordination des Prozesses oblag dem vom Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund benannten Kernteam (bestehend aus Mitarbeitern unterschiedlicher Verwaltungsfachbereiche). Der Gesamtprozess wurde zudem wissenschaftlich begleitet. Kernaufgaben der Wissenschaftler betrafen die Bündelung von identifizierten Schlüsselthemen und Erfolgskriterien, die Durchführung einer Umfeldanalyse, Beratung bei der Umsetzung sowie auch die Verschriftlichung des Masterplans. Die strukturelle Umsetzung lässt sich in drei Eben unterteilen. Ein diskursiver Beteiligungsprozess fand im Wesentlichen in fünf thematischen Arbeitsgruppen statt (Energie- und Energiewirtschaft, Ressourceneffizienz, Mobilität, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, Fachkräftesicherung). Hier wurden Schwerpunktsetzungen, Visionen und Handlungsansätze von einem erweiterten Kreis von Interessenvertretern diskutiert und entwickelt. In einer stärker berichtenden Ebene wurden die entgegengenommenen Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen reflektiert, bewertet und priorisiert und vom Kernteam über einen Beirat (der sich aus 30 Interessenvertretern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammensetzte) in die Entscheidungsebene (dem „Lenkungskreis“ mit 11 Vertretern aus Kommune, Wirtschaft und Wissenschaft) zur Beschlussfassung übergeben.

Die gezielte Beteiligung von Bürgern fand hauptsächlich in prozessbegleitenden Bürgerworkshops statt, die von einem externen Moderatorenteam geleitet wurden und an denen etwa 150 Menschen teilnahmen. Dadurch wurden die strukturell festgelegten Gremien und Arbeitsgruppen aufgebrochen und zusätzliche Beteiligungs- und Rückkopplungsebenen geschaffen. Die Themen der Bürgerworkshops entstanden im Prozessverlauf der Arbeitspakete und betrafen die folgenden Problemstellungen: Energiearmut, Energiebildung, Ressourcen, Jugend, Integration und Alter. Dabei wurde das Thema Jugend im Rahmen eines Jugendforums diskutiert. Fragen nach Integration und Alter wurden mit Bürgern im Integrations- und Seniorenbeirat der Stadt Dortmund diskutiert. Zu den fünf Workshops kamen neben den Mitgliedern des Kernteams jeweils zwischen 18 und 46 Personen. Inhaltliche ging es um die Erörterung konkreter Maßnahmen. Unter dem Oberthema Ressourceneffizienz ging es so u.a. um ein Konzept für regionale Wertschöpfung oder die Darstellung der Ökobilanz via Produktionskette. Bei allen fünf Bürgerworkshops spielten die Themen ‚Werte‘ und ‚Ethik‘ eine große Rolle.

Insgesamt war der Prozess geöffnet und sollte zur Mitsprache Vieler animieren. Die gezielte Auswahl (auf Grundlage einer Akteursanalyse) und direkte Ansprache bestimmter Interessensvertreter durch den Bürgermeister und den Stadtrat zog eine verstärkte Teilnahme organisierter Interessen nach sich.

Ergebnis

Als Ergebnis der Bürgerworkshops standen breit diskutierte Maßnahmenvorschläge, die in Zielsetzungen und Handlungsempfehlungen mündeten. Diese wurden ebenso wie die Ergebnisse aus den anderen Arbeitspaketen in einem Beirat bestehend aus ca. 30 Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft diskutiert und priorisiert. Die Ergebnisse wurden dem Lenkungskreis zum Beschluss vorgelegt. Handlungsoptionen, die in den Workshops z.B. zur Sensibilisierung von Eltern und Kindern für Energiefragen entwickelt wurden, sind zudem konzeptionell in eine Bildungsinitiative eingeflossen.

Literaturhinweis

Rettenberg, F. (Koordination) 2014, Masterplan Energiewende Dortmund, online verfügbar unter: http://www.dortmund.de (Zuletzt eingesehen am 26.05.2015).

Stadt Dortmund Drucksache Nr: 06685-12, online verfügbar unter: https://dosys01.digistadtdo.de (Zuletzt eingesehen am 26.05.2015).

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