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Bürgerpanel zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept mit einem Schwerpunkt „Energetische Sanierung“ in Landsberg

(2011) Landsberg in Bayern

Themenbereich Energetische Sanierung
Format Bürgerpanel
Dauer Woche/n
Gruppengröße Großgruppe

Einholen von Ideen, Vorschlägen und Kommentaren zum vorliegenden Konzept

Bürgerpanel zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept mit einem Schwerpunkt „Energetische Sanierung“ in Landsberg

Ina Richter*

Hintergrund

Im Jahr 2009 beschloss der Landsberger Stadtrat ein integriertes Stadtentwicklungskonzept zu erarbeiten. Dabei standen vor allem Aspekte der Zukunft des Einzelhandels im Fokus. Um hier eine Arbeitsgrundlage für die Formulierung von Leitbild, Zielstellungen und konkreten Maßnahmen zu schaffen, wurde eine Umfrage mit drei Teilgruppen aus der Bevölkerung durchgeführt. Eine dieser Gruppen umfasste die Bürger von Landsberg. Aus der Befragung leiteten sich sechs konkrete Handlungsfelder ab, von denen „Grün- und Freiraumkultur, Energie und Umwelt“ eines war. Diese Handlungsfelder dienten als Basis für zwei Bürgerabende im März 2011, zu denen auch die Stadträte und Verwaltungsvertreter geladen waren. Die Ergebnisse der Diskussionen sollten weiterführend zur Erarbeitung von konkreten Zielen in den Handlungsfeldern dienen. Wie eine Evaluation dieser beiden Abende zeigt, bildete die Teilnehmerstruktur kein repräsentatives Bild der Stadtbevölkerung ab (überrepräsentiert war die Gruppe der männlichen Teilnehmer sowie der 40-60 Jährigen).

Da die Stadt möglichst viele Bürger an der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes beteiligen und Erkenntnisse über partikulare Interessen hinaus gewinnen wollte, beschloss die Lenkungsgruppe zur Entwicklung des Konzeptes die Durchführung eines kommunalen Bürgerpanels. Inhaltlich lag ein Schwerpunkt der Befragung auf den Themen energetische Sanierung und Erneuerbare Energien. Gerade Landsberg verfügt über umfangreiche Konversionsflächen und eine gut erhaltene historische Bausubstanz.

Verfahren

Mit dem Panel verfolgt die Stadt das Ziel, die Ergebnisse der Bürgerabende durch verallgemeinerbare Erkenntnisse anzureichern sowie auch die Repräsentativität der Beteiligten und der Ergebnisse zu erhöhen. Gleichfalls war das Panel ein Test für eine potentiell langfristige Anwendung dieser Methode für Evaluationen komplexer Fragen im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes. Die Befragung wurde nur wenige Monate nach den beiden Bürgerabenden durchgeführt und mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet.

Die Befragung fand im Zeitraum 26.11.2011 bis 09.12.2011 mit einer Nachfrist bis 18.12.2011 statt. Für die Erarbeitung und Durchführung der Befragung, d.h. Zusammenstellung der repräsentativen Stichprobe, Erarbeitung des Fragebogens und Durchführung eines Pretests, wurde eine Agentur für Stadtentwicklung engagiert.

Aus Gründen der Repräsentativität wurde eine Stichprobe von 378 Personen anvisiert. Da in jeder Umfrage mit Ausfällen durch Nicht-Beantwortung zu rechnen ist, legten die Verantwortlichen eine effektive Stichprobe mit 750 Personen fest. Die Stichprobe war weiterhin nach den Kriterien Geschlecht und Alterskohorten geschichtet. Für die Auswahl der Teilnehmer diente das örtliche Melderegister des Einwohnermeldeamtes. Alle Teilnehmer erhielten einen Fragebogen auf postalischem Wege, konnten ihre Angaben jedoch auch online einstellen. 207 der 750 angeschriebenen Personen nahmen letztlich an der Befragung teil. Gleichfalls konnten alle interessierten Bürger, die nicht in der Stichprobe aufgenommen waren, den Fragebogen online ausfüllen. Insgesamt nahmen 15 Personen diese Option wahr.

Inhaltlich ging es allgemein um das Interesse der Bürger für örtliche Politik und das Stadtentwicklungskonzept sowie speziell um Fragen zu den vormals identifizierten sechs Handlungsfeldern: Wohnen und Siedlungsstruktur, Wirtschaft/Innenstadt und Handel/Kultur, Gesundheit und Bildung, Verkehr und Mobilität, Grün- und Freiraumstruktur sowie Energie und Umwelt. Im Themenfeld Energie und energetische Sanierung wurde zum Stand der Sanierungsvorhaben, nach konkreten Energie- und Klimaschutzmaßnahmen von Privateigentümern, zum Zeitraum ihrer Umsetzung sowie zu Problemen bei der Realisierung von Sanierungsarbeiten gefragt. Befragt nach Windenergieanlagen auf Gemeindegebiet zeigten sich die Teilnehmer eher ablehnend.

Ergebnis

Die Ergebnisse der ersten Befragung, der beiden Bürgerabende und des Bürgerpanels waren in Form eines Katalogs mit Zielsetzungen in den sechs Handlungsfeldern zusammengestellt. Der Stadtrat erhielt diesen zur Beratung und Beschlussfindung. Ein weiteres Ergebnis der Befragung war die Registrierung von Kontaktadressen für Folgeveranstaltungen bzw. zukünftige Durchführungen von Panelbefragungen.

Literaturhinweis

Anderka, S. 2012, Das Landsberger Bürgerpanel. Eine Bürgerbefragung im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Landsberg am Lech, online verfügbar unter: http://www.zukunftamlech.de (Zuletzt eingesehen am 10.07.2015).

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