Glossar

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Handbuch zur Datenbank ‘Energiebeteiligt’

Im Handbuch zur Datenbank ist dargelegt, aufgrund welcher Definition von Bürgerbeteiligung die Recherche und Auswahl von Beteiligungsverfahren für die Datenbank erfolgte. In Form einer Matrix werden hier die erfassten Kategorien wie Dauer oder Selektion der Teilnehmer weiter erläutert.

Beteiligte

Beteiligte sind Bürgerinnen und Bürger als Privatpersonen oder Vertreter von organisierten Bürgerinteressen und Interessengruppen, die an einem Beteiligungsprozess teilnehmen.

Beteiligungsprozess

Mit Beteiligungsprozess ist das gemeinsame Wirken von Bürgerinnen und Bürgern mit Entscheidungsträgern und zuweilen auch Interessengruppen gemeint. Dieses kann von einem reinen Austausch von Informationen, Meinungen und Perspektiven, über die Konsultation von Handlungsmaßnahmen bis hin zur Gestaltung von Zukunftsperspektiven reichen. Vielfach werden die Termini Beteiligungsprozess und -verfahren auch synonym gebraucht, wie im Fall von Energiebeteiligt. Beide Begriffe verdeutlichen, dass es sich dabei um eine Entwicklung handelt, bei der verschiedene Elemente (zielorientiert) aufeinander aufbauen. Ausführlichere Angaben zum Begriff Beteiligung finden Sie auch im Handbuch zur Datenbank Energiebeteiligt.

Energiewende

Energiewende meint einen sozio-technischen Transformationsprozess, der nicht nur auf technologische Innovationen, auf Erneuerbare Energien, energiesparende und energieeffizientere Produkte setzt. Vielmehr geht es auch um einen gesellschaftlichen Wandel, der auf einen sparsamen und effizienten Umgang mit Energie setzt.

Ergebnisoffenheit

Ergebnisoffenheit zielt auf eine Unterscheidung zwischen Beteiligungsverfahren ab, bei denen der Prozess offen zu gestalten ist und es keine Vorgaben bezüglich zu diskutierender Themen, Handlungsalternativen oder Lösungsansätze gibt. Bei einigen Beteiligungsverfahren sind bereits Handlungsalternativen vorgegeben, wie beispielsweise bei Verfahren im Zuge der Raumordnung beim Netzausbau  oder auch da, wo es um die Konsulation von vorliegenden Plänen bei der Entwicklung von Energiekonzepten geht.

Format

Formate und Methoden strukturieren den Beteiligungsprozess, tragen zu einem effizienten Vorgehen bei, um die gesetzten Ziele mit der jeweiligen Zielgruppe erreichen zu können. Sie sind keine Garantie für das Gelingen von Beteiligungsverfahren. Welches Format bzw. Methode angewandt wird, richtet sich u.a. nach der Zahl der Teilnehmer, der verfügbaren Ressourcen wie Zeit und finanzielle Mittel. In Deutschland haben sich vor allem in der Nachwendezeit und im Zuge der Lokalen Agenda 21 Prozesse Formate wie Runde Tische, Arbeitsgruppen oder Werkstätten etabliert. Diese sind ausführlich an anderer Stelle beschrieben, weshalb hier nur auf entsprechende Quellen wie Patizipation.at und das Handbuch Bürgerbeteiligung verwiesen werden soll:

Gruppengröße

Es gibt Formate und Methoden, die für eine unterschiedlich große Zahl von Teilnehmern geeginet sind. Für Energiebeteiligt wird unterschieden zwischen:
Kleingruppe = ≤25
Mittelgroße Gruppe = >25
Großgruppe = >50
Keine Angaben = keine Daten vorhanden

Moderation

Mit Moderation ist eine Methode bei Gruppenarbeit gemeint, bei der eine oder mehrere Personen für die Diskussionsstrukturierung und –leitung zuständig sind.

Organisierte Bürgerinteressen

Bürger können als Privatpersonen oder auch als Mitglieder von organisierten Bürgergruppen, wie beispielsweise Bürgerinitiativen, mit rechtlicher Verfasstheit an Beteiligungsverfahren beteiligt werden.

Selektion der Teilnehmer

Es gibt verschiedene Methoden, um Teilnehmer eines Beteiligungsverfahrens auszuwählen. Sie ermöglichen entweder die Teilnahme von jedem Interessierten, oder verfolgen eine gezielte Auswahl verschiedener Interessen, Perspektiven und Meinungen, um beispielsweise der Ungleichheit verschiedener Interessen in einem Verfahren zu begegnen. Vielfach wird hier vereinfachend zwischen Zufallsauswahl (oder auch Auswahl per Los), direkter Ansprache und Selbstselektion unterschieden.

Stakeholder/Interessengruppen

Stakeholder (engl.) bezeichnet Personen oder Personengruppen wie Wirtschafts- und Naturschutzverbände, die zu einem spezifischen Gegenstand und Prozess ein berechtigtes Interesse vorbringen.

Steckbrief zum Beispielprozess

Energiebeteiligt bietet zu jedem Beteiligungsprozess, der in der Datenbank aufgenommen ist, eine kurze Beschreibung in Form eines Steckbriefes. Diesen erreichen Sie über die Karten– und Listenansicht. Alle Steckbriefe können auch über diesen Link als .zip Datei heruntergeladen werden.

Träger des Verfahrens

Mit Träger des Verfahrens ist jener Akteure gemeint, der für die Organisation und Gestaltung des Beteiligungsverfahrens zuständig ist. Dies kann ein Akteur bzw. können auch mehrere Akteure sein. Träger von Verfahren bestimmen oder haben maßgeblichen Einfluss auf Gestaltungs- und Prozessmerkmale wie die Definition von Ziel und Zweck, den Vorgang zur Auswahl von Teilnehmern oder auch den Grad der Verbindlichkeit von Ergebnissen.

Verwaltungsebene

Für die Datenbank Energiebeteiligt beziehen sich Angaben zur Verwaltungsebene auf die politische Ebene, auf der jene administrative Institutionen und Strukturen angesiedelt sind, die für die Ausführung von Vorschriften bzw. der Prüfung und Genehmigung konkreter Projektplanungen im Kontext des Beteiligungsverfahrens zuständig sind. Verwaltungsstrukturen gibt es auf verschiedenen politischen Ebenen – der Bundesebene, der Landesebene wie Ebenen unterhalb dieser beiden Ebenen (hier: Kommune). Dazu gehören bspw. höhere Kommunalverbände, Kreisebene, Gemeindeebene oder subkommunale Verwaltungseinheiten.

Zielgruppe

Mit Zielgruppe sind die Teilnehmer gemeint, die mit dem Beteiligungsverfahren adressiert werden. Für die Datenbank Energiebeteiligt wird zwischen den beiden Kategorien ‘Bürger’ und ‘Interessengruppen’ unterschieden. ‚Bürger’ als Kategorie bezieht sich auf jene Personen, die als Privatperson am Beteiligungsverfahren und nicht als Vertreter einer organisierten Gruppe teilnehmen. Sie werden oft auch als Laienbürger bezeichnet. ‘Interessengruppe’ meint jene Personen, die eine organisierte Gruppe vertreten. Dazu zählen auch Bürgerinnen und Bürger, die als Vertreter von Bürgerinitiativen teilnehmen.

(organisierte) Zivilgesellschaft

Zivilgesellschaft wird hier im organisierten Sinne und akteursorientiert aufgefasst. Sie unterscheidet sich von den anderen gesellschaftlichen Bereichen Staat, Markt und Privatsphäre. Als organisierte Interessenvertretung mit rechtlicher Verfasstheit zählen darunter u.a. Initiativen, Vereine, Stiftungen, nicht–profitorientierte und nichtstaatliche Organisationen, die sich gesamt- oder teilgesellschaftlichen Zielen widmen. Sie nehmen Einfluss auf die öffentliche Meinung oder erbringen gemeinwohlorientierte Güter oder Leistungen.